DEFINITIONEN DES BEGRIFF MENTORING

Der Begriff Mentoring wurde in den letzten Jahrzehnten zunehmend aufgeweicht.
 

Aus meiner Sicht ist das unten Folgende eine realistische und umsetzbare Definition des Mentoring: 

Instrument der Personalentwicklung; im beruflichen Kontext die Tätigkeit einer erfahrenen Person, bspw. eines (Ex-)Managers (Mentor/in), die eine lernbereite Person, etwa eine junge, vielversprechende Führungskraft (Mentee), an ihrem fachlichen und impliziten Wissen und ihrer Erfahrungen teilhaben lässt.

Ziel ist u.a., die Mentees darin zu unterstützen, ihre berufliche Identität zu entwickeln und ihr aktuelles berufliches Handeln zu reflektieren. Daneben kann der Mentor dem Mentee den Zugang zu seinen Netzwerken eröffnen, ihm wichtige Entscheider vorstellen und ausgesprochene und unausgesprochenen Regeln in der Organisation erläutern. Formal zielt Mentoring auf die Förderung außerhalb des üblichen Führungskraft-Mitarbeiter-Verhältnisses. Mentoring ist damit eine auf die Teilnehmer fokussierte und geschützte Art der Beziehung. Was zwischen Mentee und Mentor besprochen wird, ist vertraulich. Sie vereinbaren miteinander, wie sie vorgehen wollen und welche Themen sie bearbeiten. Mentoring erfordert damit von beiden Seiten ein hohes Maß an Offenheit, Vertrauen und Engagement (3).  

 

Eine weitere oft verwendete Definition und Beschreibung finden Sie auf Wikipedia:

Mentoring, auch Mentorat, bezeichnet als ein Personalentwicklungsinstrument – insbesondere in Unternehmen, aber auch beim Wissenstransfer in persönlichen Beziehungen – die Tätigkeit einer erfahrenen Person (Mentor). Sie gibt ihr fachliches Wissen oder ihr Erfahrungswissen an eine noch unerfahrenere Person (Mentee oder Protegé) weiter; teils vermittelt sie auch persönliche Kontakte. Ein Ziel ist es dabei, den oder die Mentee bei persönlichen oder beruflichen Entwicklungen zu unterstützen. Bereiche, die in Mentoring-Beziehungen thematisiert werden, reichen von Ausbildung, Karriere und Freizeit bis hin zur Persönlichkeitsentwicklung, Glauben und Spiritualität.

Allgemein bezeichnet das Wort Mentor (weiblich: Mentorin) die Rolle eines Ratgebers oder eines erfahrenen Beraters, der mit seiner Erfahrung und seinem Wissen die Entwicklung von Mentees fördert. Die Bezeichnung geht auf eine Figur der griechischen Mythologie zurück: Ein Freund des Odysseus namens Mentor war der Erzieher von Odysseus’ Sohn Telemach (2). 

 

Eine gute minimal–, beziehungsweise idealtypische Definition ist diese:

Mentoring ist eine zeitlich relative stabile dyadische Beziehung zwischen einem/einer erfahrenen MentorIn und seinem/r/ihrem/r weniger erfahrenen Mentee. Sie ist durch gegenseitiges Vertrauen und Wohlwollen geprägt, ihr Ziel ist die Förderung des Lernens und der Entwicklung sowie das Vorankommens des/der Mentee (4). 


Oder auch ganz schlicht: 

Eine erfahrene Person (MentorIn) begleitet eine weniger erfahrene Person (Mentee) ein Stück auf ihrem beruflichen und zum Teil persönlichen Weg (1).


ROLLEN IM MENTORING

Die Rolle des Mentee

  • Die/der Mentee bereitet die Inhalte der Gespräche vor, in dem sie/er konkrete Fragestellungen und Themen auswählt und bereits im Vorfeld kommuniziert.
  • Die/der Mentee bereitet die Termine nach, in dem sie/er die wichtigsten Aspekte des Gespräches für sich zusammenfasst und überlegt, welche nächsten Schritte daraus folgen. 

 

Die Rolle der Mentorin

  • Die Mentorin bietet ein Gespräch, individuel zugeschnitten auf die Situation des Mentee, an.
  • Die Mentorin berichtet aus ihren eigenen Erfahrungen (im Gegensatz zum Coach).
  • Die Mentorin ist unabhängige Feedbackgeberin, manchmal auch Mutmacherin.
  • Die Mentorin ist Sparringspartner, um Ideen durchzuspielen und neue Verhaltensweisen einzuüben. 


(1) Tinka Beller, Gabrielle Hoffmeister-Schönfelder, 30Minuten Mentoring, GABAL Verlag GmbH

(2) Aus <https://de.wikipedia.org/wiki/Mentoring> , Abrufdatum 20.06.2020 

(3) Aus <https://wirtschaftslexikon.gabler.de/definition/mentoring-41572> Abrufdatum 15.06.2020

(4) Heidrun Stöger, Albert Ziegler Diana Schimke, Mentoring: Theoretische Hintergründe, empirische Befunde und praktische Anwendungen, 2009 PABST SCIENCE PUBLISHERS